Geschichte

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In der Antike war Siebenbürgen das Zentrum des dakischen Königreiches (daher kommt der Name Dacia = Dakien). Kurz nach der Zeitenwende marschierten die Römer unter Kaiser Trajan ein und besiegten die Daker, zogen aber - wegen des zu aufwändigen Grenzschutzes - nach 165 Jahren schon wieder ab. Einige Römer verpassten absichtlich die Abreise, weil sie mit dakischen Frauen Familien gegründet hatten - eine Erklärung für die "Latinität" der Rumänen - trotz vieler nachfolgender Einflüsse. Die Ungarn eroberten das Land vor reichlich 1000 Jahren und rekrutierten zur Entwicklung des Landes (unter anderen) deutsche Siedler. Gegen die Attacken kriegerischer Völker, wie Türken und Tataren, mussten gewaltige Burgen gebaut werden. Auch dafür riefen die ungarischen Könige Deutsche und zeitweilig sogar den Deutschen Ritterorden nach Siebenbürgen. Die Rumänen waren in der ungarischen Provinz Siebenbürgen in der Mehrheit - und rechtlos. 

 

Siebenbürgen war bis 1867* (mehr oder weniger) autonom - auch als die Türkei** und später Österreich das Sagen hatten - und entwickelte blühende Städte und Dörfer - trotz ständiger Bedrohungen von außen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Österreich-Ungarn aufgelöst, etliche kleine Nationen bekamen ihre Nationalstaaten. Siebenbürgen wurde Rumänien angeschlossen, weil die Mehrheitsbevölkerung immer rumänisch war. Auch die deutschen Siebenbürger stimmten mehrheitlich dafür, denn das rumänische Königshaus war (von 1866 an bis heute) ein "Import" aus Deutschland. Ein weiterer Grund (für die Entscheidung, die aus heutiger Sicht vielleicht ein Fehler war): die Ungarn hatten die nationalen Minderheiten unterdrückt. 

 

Dieses (leider nicht förderal sondern absichtlich hyper-zentralistisch angelegte) "Groß-Rumänien" hatte seine goldenen Jahre direkt am Anfang (in der Zwischen-Kriegs-Zeit), wurde dann aber in den 30ern mit eigenem Diktator (Antonescu) in Hitlers Super-Gau hineingezogen. 1944 konnte der König das Ruder herumreißen (Putsch), doch 1945 wurde Rumänien trotzdem sowjetisch besetzt. Durch die russischen Besatzer kam das "Lumpen-Proletariat" (Ein anderes gab es nicht.) aus dem lange türkisch unterdrückten, verarmten Süden Rumäniens (Walachei) an die Macht. Stalinistischer Terror und brutale, letztlich gescheiterte Industrialisierung folgten - das relativ hochentwickelte Siebenbürgen wurde auf das Niveau eines Entwicklungslandes heruntergewirtschaftet. Doch es ging noch schlimmer: Unter dem "verrückten" Ceausescu mutierte Rumänien ab 1971 zum Horrorstaat á la Nordkorea, versank nach der sogenannten Revolution 1989 in Korruption, Anarchie und Chaos. Das Diktatoren-Ehepaar wurde sofort erschossen, der restliche Machtapparat funktioniert aber bis heute in alten Strukturen weiter und plündert das Land aus. Viele Ungarn und fast alle Siebenbürger Sachsen verliessen ihre Heimat aus nachvollziebaren Gründen. Die rumänische Diaspora ist die schnellstwachsendste nach Syrien! Etwa 7 Millionen Staatsbürger (von knapp 20 Millionen) leben heute außerhalb des Landes. 

 

Nur durch die Möglichkeit des EU-Beitritts bekam Rumänien und damit Siebenbürgen seit der Jahrtausendwende eine Zukunfts-Perspektive. Durch den Druck der EU wurden die Grundlagen für Demokratie und Rechtsstaat gelegt.  Siebenbürgen ist seit 2007 eine europäische Region, in der sich auch Bürger anderer EU-Staaten niederlassen und die Investoren aus aller Welt anzieht. Es wäre schön, wenn die Entwicklung positiv weitergehen würde, aber das ist keineswegs sicher. Der Staat Rumänien steht auf wackeligen Füssen. Destabilisierungen kommen von innen und von außen. Die alte Nomenklatura - über die die Demokratie wie eine Naturkatastrophe hereingebrochen ist - geht inzwischen offen auf Distanz zur EU (bis hin zum Thematisieren eines "Ro-Exits"). Die Angst vor dem übermächtigen Russland geht um, in Ungarn ist es kein Tabu mehr, die aktuellen Grenzen in Frage zu stellen***. Die Minderheit der Szekler fordert schon länger Autonomie (andere Siebenbürger neuerdings auch), Geburtenrückgang und Auswanderung können zum Kollaps führen, (eine Ethnie wächst allerdings - die der "Romi")... 

 

*1867 büßten Sachsen und Szekler mit der Installation der k.u.k.-Monarchie ihre Sonderrechte ein, die "Magyarisierung" begann, nach 1918 im Königreich Rumänien die "Rumänisierung". 

**Die viel beklagte Korruption soll hauptsächlich ein "Geschenk" der Türken gewesen sein. Jahrhundertelang wurden von den Sultanen griechische Adlige, die sogenannten Fanarioten, eingesetzt - mit der "Lizenz zum Plündern". Es entwickelte sich über lange Zeit eine Bereicherungs-Mentalität auf der einen, eine Untertanen-Mentalität auf der anderen Seite. 

***Das Orban-Regime betrachtet die Einwohner Siebenbürgens als "Auslands-Ungarn" und bietet großzügig Pässe an, schätzungsweise eine halbe Million Siebenbürger, auch ethnische Rumänen, haben sich schon einen ungarischen Pass geholt. 

 

http://www.adz.ro/artikel/artikel/rumaenien-im-vergleich-zu-anderen-osteuropaeischen-laendern